Eine Vorsorgevollmacht hilft im Notfall

Durch eine Vorsorgevollmacht können Sie einer oder mehreren Personen Ihres Vertrauens die Befugnis erteilen, im Bedarfsfall für Sie zu handeln. Es ist ratsam, die Aufgabengebiete, für die die Vollmacht gelten soll, jeweils genau zu bezeichnen. Das gilt insbesondere dann, wenn mehrere Personen bevollmächtigt werden.

Ratgeber – Sie können auch eine Generalvollmacht „zur Vertretung in allen Angelegenheiten“ erteilen. Beachten Sie aber, dass diese bestimmte Bereiche nicht abdeckt, wenn sie nicht ausdrücklich schriftlich aufgeführt werden:

  • Zustimmung zu risikoreichen medizinischen Maßnahmen (z. B. lebensgefährliche Operation, Amputation)
  • Zustimmung zu freiheitsbeschränkenden Maßnahmen (z. B. Bettgitter, medikamentöse Ruhigstellung)
  • Zustimmung zu einer Organspende

Bei den ersten beiden Punkten ist zusätzlich die Genehmigung durch das Vormundschaftsgericht erforderlich.

Bank-/Depotvollmacht
Wenn Sie jemanden beauftragen, Sie im Geschäftsverkehr mit Ihrer Bank oder Sparkasse zu vertreten, sollten Sie Ihr Geldinstitut auf jeden Fall informieren. Am besten verwenden Sie dazu das Formular „Konto-/Depotvollmacht – Vorsorgevollmacht“ Ihrer Bank und unterschreiben es vor Ort in Anwesenheit eines Bankmitarbeiters. Damit im Falle Ihres Todes bis zur Erteilung eines Erbscheines Ihre Geschäfte weitergeführt werden können, kann es sinnvoll sein, die Vollmacht über den eigenen Tod hinaus auszustellen.

Form und Aufbewahrung
Die Vorsorgevollmacht sollte schriftlich abgefasst, mit Ort, Datum und vollständiger eigenhändiger Unterschrift versehen sein. Eine notarielle Beurkundung ist nicht grundsätzlich vorgeschrieben, aber erforderlich, wenn die Vollmacht den Erwerb oder Verkauf von Grundbesitz oder die Kreditaufnahme umfasst. Sie ist generell sinnvoll, um Zweifel an der Wirksamkeit der Vollmacht auszuräumen.
Besprechen Sie den Inhalt der Vollmacht mit der bevollmächtigten Person. Formulieren Sie die Vollmacht am besten so, dass die Person das Originalschriftstück vorlegen muss, um für Sie handeln zu können. Bewahren Sie das Dokument an einem Ort auf, den diese Person kennt (z. B. bei einer dritten Person, einem Anwalt oder Notar).
Damit das Vormundschaftsgericht im Bedarfsfall von der Vollmacht Kenntnis hat, kann dort eine Kopie hinterlegt werden.

Vertrauen ist gut – Beratung ist besser!
Da Sie mit einer Vollmacht einer anderen Person umfassende Befugnisse erteilen, sollten Sie ihr vorbehaltlos vertrauen. Die Vollmacht ist gültig ab dem Zeitpunkt der Ausfertigung. Wann sie eingesetzt wird, vereinbaren Sie mit der bevollmächtigten Person. Eine Vergütung steht dieser nicht zu, kann aber in einem Zusatzvertrag vereinbart werden. Lassen Sie sich vom Anwalt oder Notar zur Absicherung vor Missbrauch beraten!

Betreuungsverfügung
Angenommen, Sie können (plötzlich) keine eigenen Entscheidungen mehr treffen und Ihre Wünsche nicht mehr äußern: Wissen Personen, die Ihnen nahestehen, wo und wie Sie dann leben möchten? Und sind sie befugt, in Ihrem Namen zu handeln, z. B. bei der Regelung einer Heimunterbringung oder der Zustimmung zu medizinischen Behandlungsmaßnahmen?
Wenn dieser Fall eintritt, sind oft weder die Betroffenen noch deren Angehörige darauf vorbereitet. Wer nicht vorsorglich Handlungsvollmachten erteilt hat, ist dann möglicherweise hilflos einer Fremdbestimmung ausgeliefert.

Angehörige sind nicht automatisch handlungsbefugt!
Um in medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Angelegenheiten für Sie entscheiden zu dürfen, brauchen auch Angehörige eine Vollmacht von Ihnen. Sind Sie selbst nicht in der Lage, eigenverantwortlich zu handeln, und haben keine Vollmacht erteilt, bestellt das Vormundschaftsgericht einen Betreuer, der Sie gesetzlich vertritt.

Bestimmen Sie Ihren Betreuer selbst
Mit einer Betreuungsverfügung können Sie im Voraus bestimmen, wen das Vormundschaftsgericht als Ihren Betreuer einsetzen soll – und wen nicht. Ohne eine Betreuungsverfügung wählt das Vormundschaftsgericht einen Betreuer aus oder bestellt unter Umständen einen Berufsbetreuer, den Sie gar nicht kennen.

Umfang der Betreuung
Wenn eine volljährige Person aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst besorgen kann, legt das Gericht genau fest, in welchen Bereichen eine Betreuung erforderlich ist und definiert danach die Aufgaben des Betreuers. Für bestimmte Entscheidungen und Handlungen mit weitreichenden Konsequenzen ist darüber hinaus eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich (z. B. bei Grundstücksgeschäften, Krediten, Mietverträgen, risikoreichen medizinischen Eingriffen oder freiheitsentziehenden Maßnahmen).

Ihre Wünsche zur Betreuung
Sie können in der Betreuungsverfügung zusätzlich Wünsche äußern, die bei der Betreuung berücksichtigt werden sollen (z. B. dass bestimmte Gewohnheiten respektiert werden sollen, ob Sie lieber zu Hause oder in einem Pflegeheim versorgt werden wollen oder welches konkrete Heim Sie bevorzugen). Ihr Betreuer ist verpflichtet, nach Ihren Wünschen und zu Ihrem Wohl zu handeln.

Unser Tipp: Vorsorgeregister
Lassen Sie Ihre Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und/oder Betreuungsverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren, damit Sie im Ernstfall schnell gefunden wird: Telefon 0800 35 50 500 (gebührenfrei), www.vorsorgeregister.de. (Quelle: LVM Versicherung)

Das Bundesministerium der Justiz stellt auf www.bmj.de Textbausteine und die Broschüre „Betreuungsrecht“ mit ausführlichen Informationen zur Vorsorgevollmacht bereit.


LVM Agentur Sven Engelbergs
Große Bruchstr. 7a
41747 Viersen
Tel: 02162 9184040
Fax: 02162 9184050
info@engelbergs.lvm.de

Webseite: lvm-viersen.de

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