Patientenverfügung für die medizinische Behandlung

Die moderne Medizin leistet heute Erstaunliches. Dank Erster Hilfe vor Ort und dem Einsatz von Technik in der Intensivmedizin kann sie Leben retten und künstlich verlängern. Doch wollen Sie das um jeden Preis?

Ratgeber – Vielleicht gibt es Bedingungen, unter denen Sie lieber nicht weiter am Leben erhalten werden wollen, z. B. bei Gefahr eines (Wach-)Komas, einer höchstgradigen Lähmung, bei vollständigem Verlust der Kommunikationsfähigkeit, ohne Aussicht auf Besserung.

Bei einem akuten Notfall sind Sie vielleicht nicht in der Lage, Ihren Willen zu äußern. Halten Sie Ihre Wünsche vorher, in gesunden Tagen, in einer Patientenverfügung fest.

Das Gesetz sagt: Behandlung nur mit Einwilligung
Das am 26. Februar 2013 in Kraft getretene Patientenrechtegesetz definiert die Arzt-Patient-Beziehung als „Behandlungsvertrag“. Es regelt Aufklärungs- und Dokumentationspflichten und das Selbstbestimmungsrecht des Patienten.
Ärzte müssen sich nach dessen Willen richten. Das gilt auch für eine Patientenverfügung, sofern sie eindeutig auf die aktuelle Behandlungssituation zutrifft und nichts darauf hinweist, dass der Patient seine Meinung geändert hat.

Tipp: Kombinieren Sie Ihre Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht für Gesundheitsangelegenheiten oder einer Betreuungsverfügung. Ein von Ihnen benannter Bevollmächtigter oder Betreuer kann Ihrem Willen zusätzlich Ausdruck und Geltung verschaffen.

Form und Aufbewahrung
Eine Patientenverfügung muss schriftlich sein und eigenhändig unterschrieben oder von einem Notar beglaubigt werden.
Im Notfall sollte das Dokument schnell zur Verfügung stehen. Sie können es z. B. bei Ihrem Hausarzt oder einer Vertrauensperson hinterlegen. Weisen Sie bei der Aufnahme in ein Krankenhaus oder Pflegeheim Ihre Ärzte und das Pflegepersonal auf Ihre Patientenverfügung hin.
Tragen Sie am besten auch einen Hinweis auf die Existenz und den Aufbewahrungsort Ihrer Verfügung oder eine zu benachrichtigende Vertrauensperson bei sich.

Formulieren Sie Ihre Patientenverfügung eindeutig
Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „angemessene Maßnahmen“, „erträgliche Lebensbedingungen“ oder „unwürdiges Vegetieren“. Sie sagen nichts darüber aus, was Sie persönlich für angemessen, erträglich oder unwürdig halten. Sprechen Sie mit den von Ihnen eingesetzten Bevollmächtigten bzw. gewählten Betreuern darüber. Als Interpretationshilfe für die Personen, die Sie behandeln oder betreuen, können Angaben zu Ihren Lebenseinstellungen, Erfahrungen und Wertvorstellungen hilfreich sein. Geben Sie z. B. an, wovor Sie Angst haben oder was Ihnen in schweren Zeiten geholfen hat.

Prüfen Sie Ihre Verfügungen in regelmäßigen Abständen und aktualisieren Sie den Text bei Bedarf. Die in der Patientenverfügung getroffenen Entscheidungen können Sie jederzeit formlos ändern und widerrufen.

Hierzu sollte die Patientenverfügung konkrete Angaben enthalten:

  • Situationen, in denen die Verfügung gelten soll (z. B. im Fall einer Gehirnschädigung, bei einer weit fortgeschrittenen Demenzerkrankung, im Endstadium einer tödlichen Krankheit, bei bevorstehendem Sterben)
  • Behandlungsentscheidungen (z. B. zur Durchführung bzw. Unterlassung von Wiederbelebung, lebenserhaltenden Maßnahmen, Schmerzbehandlung, künstlicher Ernährung, künstlicher Beatmung, Dialyse etc.)
  • Organspende: Wenn Sie in der Patientenverfügung einer Organentnahme zu Transplantationszwecken zustimmen, müssen unter Umständen lebenserhaltende Maßnahmen getroffen werden, die Sie in Ihrer Patientenverfügung eigentlich ablehnen (z. B. eine künstliche Beatmung). Auch das ist zu klären.
  • Hinweise auf weitere Vorsorgeverfügungen: Nennen Sie Namen, Anschrift und Telefonnummer von Personen, die im Notfall schnell kontaktiert werden müssen, z. B. jemanden, dem Sie eine Vorsorgevollmacht für Gesundheitsangelegenheiten erteilt haben oder den Sie in einer Betreuungsverfügung zu Ihrem Betreuer gewählt haben.

Klären Sie eventuelle Fragen mit Ihrem Hausarzt, einem Anwalt oder Notar. Oder nutzen Sie die Beratungsangebote fachkundiger Organisationen. (Quelle: LVM Versicherung)

Muster und Formulierungshilfen für Patientenverfügungen hat das Zentrum für Angewandte Ethik unter www.ethikzentrum.de zusammengestellt.

Das Bundesministerium der Justiz hat die Broschüre „Patientenverfügung“ herausgegeben und im Internet unter www.bmj.de bereitgestellt. Dort finden Sie auch die Broschüre „Patientenrechte in Deutschland“, die über das am 26. Februar 2013 in Kraft getretene Patientenrechtegesetz aufklärt.

Beratung und Unterstützung bieten z. B.: Deutsche Stiftung Patientenschutz: Telefon (0231)
73 80 730, www.stiftung-patientenschutz.de und Humanistischer Verband Deutschlands: Telefon (030) 61 39 04-11, www.patientenverfuegung.de oder www.humanismus.de


LVM Agentur Sven Engelbergs
Große Bruchstr. 7a
41747 Viersen
Tel: 02162 9184040
Fax: 02162 9184050
info@engelbergs.lvm.de

Webseite: lvm-viersen.de

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